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Eingangsklasse

Eingangsklasse in der Nikolaus-von-Myra-Schule Philippsburg

Seit dem Schuljahr 2005/06 bietet die Nikolaus-von-Myra-Schule ein neues Einschulungsverfahren an. Es ergänzt die bereits bestehenden Verfahren der Schulaufnahme für Kinder, die einschulungspflichtig werden. Das Angebot der Eingangs-Klasse richtet sich an Schüler, bei denen eine weitergehende Entwicklungsverzögerung festgestellt wurde.

Dass Kinder im traditionellen Schuleintrittsalter Entwicklungsrückstände aufweisen und vom Schulbesuch zurückgestellt werden müssen, ist keine Zeiterscheinung, das gab es schon immer. Wohl aber ist in unserer Zeit leider zu beobachten, dass dieses Phänomen häufiger und verstärkt auftritt. Einige Grundschulen im Land haben auf diese Entwicklung reagiert und sogenannte „Grundschulförderklassen“ eingerichtet, damit gerade diesen Kindern schonvor ihrem offiziellen Schuleintritt besondere Hilfen angeboten werden können. Aber trotz dieser fürsorglichen frühen Hilfen gibt es auch Kinder, die ihre Entwicklungsverzögerungen innerhalb dieser Einrichtung wohl nicht aufarbeiten können.
Deshalb richtete die Nikolaus-von-Myra-Schule in Zusammenarbeit mit der Hieronymus-Nopp-Schule zu Beginn des Schuljahres 2005/06 eine „Eingangsklasse“ ein. Dadurch wurde der bisherigen schulischen Praxis der “frühen Förderung durch die Grundschulförderklasse“ eine ausgesprochen qualifizierte Alternative hinzugefügt. Aufgenommen werden hier Schulanfänger, welche Entwicklungsverzögerungen in mehreren Bereichen, beispielsweise im Spielen, Sprechen, Bewegen, Wahrnehmen, im lebenspraktischen Handeln oder im Denken aufweisen. Diese Eingangsklasse wird als alternatives 1. Schuljahr für alle Schulanfänger angeboten, bei denen die Eltern noch nicht absehen können, welches die „richtige Schule“ für ihr Kind sein kann und sein wird. Über den festgesetzten Zeitraum eines Schuljahres werden die Schüler hier in kleinsten Gruppen (maximal 8 Schüler) von erfahrenen Grundschul- und Sonderschullehrern beschult und gefördert. Dieser Pädagogen-Mix soll einerseits die Leistungsorientierung am Grundschulstoff sicherstellen, damit die Durchlässigkeit zur Grundschule erhalten bleibt.
Auf der anderen Seite müssen gleichzeitig die Aufarbeitung der Defizite durch sonderpädagogische Maßnahmen wie zum Beispiel psychomotorisches Training, gezielte Förderung der Sinnesleistungen oder der Sprachfertigkeiten angegangen werden. Selbstredend findet auch ein Austausch mit möglichen Ergo- und Sprachtherapien statt.
Zum Ende dieses Schuljahres erhalten die Eltern dann einen detaillierten Schul- und Entwicklungsbericht ihres Kindes, der auf Beobachtungen und diagnostischen Daten basiert. Auf diese Weise werden weiterführende oder individuelle Förderungen aufgezeigt, kurzum Erfahrungen in Förderstrategien umgesetzt sowie Empfehlungen für die künftige Schullaufbahn abgegeben. Den Eltern ist es hierbei freigestellt, dieser Empfehlung zu entsprechen. Eine „Diagnose“ also, die den Eltern eine kompetente Hilfe in die Hand gibt, wenn es nach einem Jahr um die Wahl der „richtigen Schule“ für ihr Kind geht.
Mit Beginn des Schuljahres 05/06 wurde die erste Eingangsklasse in der Nikolaus-von-Myra-Schule eingerichtet, im folgenden Schuljahr war der Bedarf deutlich angestiegen, sodass bereits 2 Klassen gebildet wurden.

Dieter Siegrist